AFFOLTERundHERRFRITZ
die Bundeshaussatire

Nr. 58 - Die Wasserschlacht

Bundesweibel: Der Hund kommt gleich. Er muss noch duschen.

Affolter: Er spricht also auch mit Ihnen? Erstaunlich!

Bundesweibel: Überhaupt nicht, er ist eigentlich ein Spionagehund, «lauschen und verstehen» hiess beim Nachrichtendienst für ihn die Devise.

Affolter: Ich muss sagen, das Sprachvermögen dieses Herrn Fritz ist aussergewöhnlich.

Bundesweibel: Sechs Semester Tierpädagogische Hochschule in Cuxhaven.

Affolter: So ein feiner Pinkel ist das also. Und was tut er beim Nachrichtendienst?

Bundesweibel: Er wurde freigestellt, seine sexuelle Orientierung war ein Problem. Er suchte die Nähe zu russischen Windhunden.

Affolter: Drüben läuft das Wasserspiel, herrlich für die Kinder!

Bundesweibel: Und Herr Fritz mittendrin. Hoffentlich nützt das Duschen etwas.

Affolter: Hat Herr Fritz Flöhe?

Bundesweibel: Glaube ich nicht. Es schüttelt ihn noch von unserem Bewachungseinsatz für Frau Keller-Sutter im Ständerat.

Affolter: Hat es ihm im Stöckli nicht behagt?

Bundesweibel: Ins Stöckli geht er eigentlich lieber als in den Nationalrat. Aber die Debatte über den Geldwäschereiartikel hat er mit ständigem Knurren kommentiert.

Affolter: Meines Wissens war es mit der Verschärfung nicht weit her.

Bundesweibel: Lauter Ausnahmen für Anwälte und Notare wurden beschlossen.

Affolter: Die sind mit allen Wassern gewaschen und haben unsere Finanzministerin mit ihren Abänderungsanträgen gehörig geduscht.

Bundesweibel: Jetzt fangen Sie auch noch mit den Wasservergleichen an. Beim Zuhören kamen wir uns vor wie in einem Waschsalon. Unterm Bank knurrte der Hund lauter und lauter.

Affolter: Übertreiben Sie nicht ein wenig?

Bundesweibel: Da war die Rede vom Verwässern, von Schonwaschgang, die schmutzige Wäsche komme alle aus dem Ausland...

Affolter: Unsere Anwälte und Notare im Parlament scheuen halt nie honigsüsse Worte, wenn es gilt, Geld aus allen Herren Ländern an geeigneten Orten unterzubringen.

Bundesweibel: Als dann ein Standesvertreter vom Kind sprach, das man nicht mit dem Bade ausschütten solle...

Affolter: …hat Herr Fritz zugebissen?

Bundesweibel: Nein, aber laut und erbärmlich gejault. Ständeratspräsident Caroni, der selbst einen Appenzeller Bläss zuhause hat, schwang die Glocke und hat mehrmals zur Ruhe aufgerufen.

Affolter: Der Strom der menschlichen Geschäfte wechselt, nimmt man die Flut wahr, so führet sie zum Glück.

Bundesweibel: Habe ich nicht verstanden. Macht Ihnen die Hitze zu schaffen?

Affolter: Shakespeare, Julius Cäsar. Aber wo sind eigentlich die vielen Sicherheitsleute, die sonst Wache stehen?

Bundesweibel: Alle abkommandiert zur Ausbildung an der Waffe.

Affolter: Ein Schiesskurs?

Bundesweibel: Nicht ganz, sie üben an der Hellebarde.

Affolter: Hellebarde?

Bundesweibel: Sparprogramm! Der Bund spart auch bei der Munition für Pistolen und Gewehre. Bei Einsätzen im Bundeshaus heisst es künftig: Hauen und Stechen!

Affolter: Sicher wegen dem F-35, der geht ganz schön ins Geld.

Bundesweibel: Jetzt wo Sie's sagen: Fast hätte ich unseren nächsten Einsatz vergessen: Herr Fritz und ich müssen auf den Zug nach Brig.

Affolter: Zu Frau Amherd?

Bundesweibel: Ein heikles Unterfangen. Wir suchen ihren Geldbeutel und die Quittung zum Kaufvertrag mit den Amerikanern.

Affolter: Da braucht Herr Fritz eine besonders gute Spürnase.

Bundesweibel: Meinen Sie, die Dame sei schon über alle Walliser Berge? Und keine Spur von ihr?

Affolter: Nein, fort ist sie nicht, aber trotzdem schwierig für eine Hundenase. Frau Amherd steht gerade im Wasser des Brigerbads und das bis zum Hals.

Bundesweibel: Nein, nicht schon wieder!

Bern, 14. Juli 2025